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Martin Brinkmann

Martin Brinkmann, geb. 1976 in Bremerhaven, promovierter Germanist, lebt als Literaturagent in München. Hat zuletzt einen Band mit Bayern-Hass-Gründen herausgegeben. Außerdem hat er zusammen mit Christophe Fricker den »Atlas der Vorurteile« von Yanko Tsvetkov ins Deutsche übertragen. In Frank Schäfers »Hear 'em All« (Ventil 2018) erinnert er sich mit Freude an »In the Name of Suffering« von EYEHATEGOD als an eine der besten Metal-Platten aller Zeiten.

Titel

Hear ’em All: 150 Metal-Platten für die eiserne Insel

Kompaktes Wissen für den Wackener Dancefloor – ohne dezidierte Materialkenntnis geht es nicht im Heavy Metal. Der Addict muss die Klassiker kennen, fast noch wichtiger sind die Geheimtipps, jene unterschätzten, abseitigen, sich unter dem Radar der Fachpresse wegduckenden Kleinmeisterwerke der Gattungsgeschichte, die bisher alle übersehen hatten. »Hear ’em all« versammelt sie und die Klassiker in einem Buch! Narrativ, analytisch, hingerissen schreiben Kenner des Genres – Journalisten, Autoren, Musiker und Fans – über ihre Lieblings-Metal-Alben. Eine Wunschliste für die Novizen, ein kurzweiliges Nachschlagewerk für die Fans und eine nötige Klarstellung – denn immer noch ist viel zu viel Unwissen über das Genre im Umlauf.

111 Gründe, Bayern München zu hassen

Der FC Bayern lässt niemanden kalt. Besinnungslose Verehrung oder abgrundtiefe Abscheu – das sind die gängigen Reaktionen auf den Rekordmeister aus dem Süden. Nach dem historischen Triple-Sieg und der Vorstellung von Pep Guardiola als neuem Trainer des Starensembles von der Isar kennt der Hype nun keine Grenzen mehr. Auch die Steueraffäre um Uli Hoeneß kann der Euphorie keinen Abbruch tun. Ganz Bayern (also alle, die keine Sechzger sind) platzt vor Stolz. Mia san mia als lederhosenknarzendes 24-Stunden-Lebensgefühl. Der Rest der Republik (wenn noch nicht vom FC-Bayern-Bazillus befallen) knirscht vor Wut immer lauter mit den Zähnen und köchelt derweil die guten alten Vorurteile wieder auf.
Was aber – abgesehen vom allzu menschlichen Gefühl des Neids – schürt den unbändigen Hass? Gibt es ernst zu nehmende Gründe? Was steckt wirklich hinter der Wut auf die Bayern? Ist es der berühmte Dusel? Der Hollywood-Faktor? Die Arroganz des Siegers? Die Eleganz des Kaisers? Die Wortgewalt von Kalle Rummenigge? Dieser Band versammelt 111 Gründe, Bayern München zu hassen. Geschrieben von etwa 66 Autoren, fast alle (bis auf einen) treue Fans anderer traditionsreicher Erst- und Zweitligavereine. Der zwölfte Mann liebt nicht nur seinen Verein – er hasst auch den einen anderen. Garantiert vorurteilsbelastet und mit Guardiola-, äh, grandioser Gaudi-Garantie.

»Hass! Hass ist nicht gut! Hass ist kein guter Ratgeber! Hass ist kein Wegbegleiter.«
Uli Hoeneß

»Ein Geschenketipp für alle anständigen Menschen in unserem Land.«
Atze Schröder

»Sehr vergnügliche Lektüre – wahrscheinlich auch für die Bayern-Fans, die ja immer sagen, wie es auch im ersten Kapitel heißt, ›Euer Hass ist unser Stolz‹.«
WDR /Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs

»Der FC Bayern München gewinnt oft, was nicht schön ist für die vielen Menschen, die ihn nicht mögen. Trost bietet die ›Motz- und Meckerschrift‹, die man nach dem nächsten Champions-League-Sieg trotzig aus dem Regal holen kann.«
Süddeutsche Zeitung

Musik und Melancholie im Werk Heimito von Doderers

Die Arbeit möchte klären, wie in Doderers Schreiben Musikalität und Melancholie vereint sind, wie sich musikalische Form und melancholischer Inhalt wechselseitig bedingen. Nicht allein mit Blick auf die – überwiegend aus dem Nachlass des Dichters stammenden – „Divertimenti“ und an ihrem ausführlichen Beispiel rückt die Arbeit diesen spezifischen Zug des Wiener Autors ins Licht. Die Untersuchung nimmt den ganzen Doderer wahr, um ein neues konsistentes Bild von ihm zu gewinnen. Fast überall hin folgt sie dem gelehrten Dichter, der sich in seinen ästhetisch-poetologischen und methodisch-technischen Reflexionen um das „richtige“ Erzählen müht, sie sichtet nahezu alles: von den Romanen bis zu brieflichen Mitteilungen oder Tagebucheinträgen, darunter vielen bislang im Nachlass versteckten Notizen.

Heimito von Doderer: Seraphica (Franziscus von Assisi). Montefal (Eine avanture). Zwei Erzählungen aus dem Nachlass

Herausgegeben von Martin Brinkmann und Gerald Sommer. Mit einem Nachwort von Martin Brinkmann.
Mit seinem Anfang der fünfziger Jahre erschienenen Roman Die Strudlhofstiege sicherte sich Heimito von Doderer einen Platz im Kanon der Weltliteratur. Dieser Band präsentiert erstmals zwei frühe Erzählungen aus dem Nachlaß des österreichischen Romanciers.
Beide Texte haben Themen aus der mittelalterlichen Welt, für die der Autor ein besonderes Faible hatte. ...  schildert das Leben und Wirken des heiligen Franz von Assisi. Auf der Grundlage akribischer Quellenstudien hat Doderer eine ebenso interessante wie eigenwillige Franziskus-Biographie entworfen, die den Vergleich etwa mit Hermann Hesses bekannter Erzählung über den Heiligen aus Assisi nicht zu scheuen braucht.
Montefal führt eine verkehrte höfische Ritterwelt vor: Obwohl sein Kampf mit dem Drachen im Wald von Montefal ihn hierzu berechtigen würde, verabsäumt es der spanische Ritter Ruy de Fanez, um die Herzogin Lidoine zu werben. Als ihm ein anderer Ritter das potentielle Liebesglück streitig macht, versinkt Herr Ruy in schwärzester Melancholie. Diese wunderbare Trouvaille ist der durchaus eigenständige Vorläufer eines Höhepunkts Dodererschen Schaffens, des unter Kennern hoch geschätzten Ritterromans Das letzte Abenteuer (1953).

20 unter 30. Junge deutsche Autoren

Eine Anthologie aus dem Jahre 2002, herausgegeben von Martin Brinkmann und Werner Löcher-Lawrence, deren Klappentext wie folgt lautete: Zwanzig der interessantesten jungen deutschen Autoren - bekannte und noch unbekannte Namen, »etablierte« Größen und etliche Neuentdeckungen: Wer wissen will, was die junge deutsche Autorenszene zu bieten hat, findet hier Aufschluss. - Darunter tatsächlich Namen wie: Juli Zeh, Sasa Stanisic, Jan Brandt, Ricarda Junge, Alexa Hennig von Lange, Julia Christina Wolf, Silke Scheuermann, Julia Schoch und Xaver Bayer.

Heute gehen alle spazieren

Es blieb (bislang) bei diesem Gesellenstück - der Debütroman aus dem Jahre 2001 - der auf dem Klappentext verkündete: Es beginnt mit einem Ende, dem Ende der Jugend, dem Ende der Schul- und Zivildienstzeit. Und hat für den Erzähler doch keine Zukunft, obwohl sie ständig näher kommt und eigentlich schon da ist. Der Blick zurück ist nachdenklich, selbstironisch distanziert, im Niemandsland zwischen Nostalgie und ebenso ungewollter Ratlosigkeit; und mitunter Wut. Der Blick nach vorn ist desperat, verliert aber nie seinen aus der Distanz erwachsenden Witz. Ein eindringliches, lakonisch-originelles Buch über das Leben zwischen den Leben, über den Schritt in eine Welt, in der dem genauen Beobachter Desperatheit ud Lebensirrsinn auf Schritt und Tritt beggegnen.

„Für Nuancen und Details hat dieser Autor einen scharfen Blick, und er präsentiert seine Beobachtungen in einer lakonischen Sprache, die auf ästhetisierendes Imponiergehabe radikal verzichtet.“
Klaus Modick

„Martin Brinkmann zeigt eine schöne poetische Ironie, gerade in der Beschreibung von Alltagsdingen, die ihm zurzeit kaum jemand nachmacht.“
Daniel Kehlmann

„Ich habe bei vielen Sätzen das Gefühl gehabt, als würden sie zum ersten Mal zur Sprache, zur Welt kommen, und zugleich waren sie mir so angenehm vertraut, so wie man manchmal nur mit Geschwistern oder einem sehr guten Freund reden kann: Fast ohne Worte, nur Andeutungen, in der Gewissheit, dasselbe zu denken.“
Xaver Bayer