Autor/in
© Dirk Skiba

Verena Stauffer

Verena Stauffer, 1978 in Oberösterreich geboren. Lebt in Wien. Studium der Philosophie an der Universität Wien. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Manuskripte-Förderungspreis, den Rotahorn Literaturpreis sowie das Projektstipendium des Bundeskanzleramts Österreich. Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien (Manuskripte, Die Presse am Sonntag, Lichtungen u.a.). 2014 legte sie den Lyrikband »Zitronen der Macht« (Hochroth Verlag) vor. 2018 folgte ihr vielbeachtetes Romandebüt »Orchis« (Kremayr & Scheriau) nach.

Titel

Krachkultur 20/2019

Stark und eigensinnig trumpft auch die in Wien und Berlin lebende Oberösterreicherin Verena Stauffer (*1978) auf. Ihr Gedichtzyklus »Hummingbird«, der unter anderem die »Gerechtigkeit der Glockenblume« postuliert, ist voller roher Sounds und assoziativer Kräfte – und  Rätsel:  Besingt  er  ironisch  die  Massaker  an  der  Natur? Geht es  um  das  hupferte Bewusstsein des aktuellen Großstädters, der sich vor dem »stillen Frühling« fürchtet? Schwerstarbeit für Interpretatoren!

»In Stauffers Zyklus ›Hummingbird‹, der im Titel auf den Suchalgorithmus von Google verweist, sind extrem gegensätzliche Affekte, assoziative Energien und Motivkreise in den Gedichten präsent. Er beginnt und endet mit Bildern des Hasses und der Destruktion, während in anderen Teilen des Zyklus ruckhaft an Wörtern entlangrollende Suchbewegungen in Gang gesetzt und Naturphänomene aufgerufen werden. ›I am an accelerator‹, heißt es einmal, ›siehst du das nicht,/ schaffe erst die Möglichkeit für Partikelkollision...‹«
Michael Braun, Signaturen (Zeitschrift des Monats)