Autor/in
© Markus Gmeiner

Eva Schmidt

Eva Schmidt, geboren 1952, lebt in Bregenz, Österreich, verheiratet, 4 erwachsene Kinder, mehrere Enkelkinder. Veröffentlichungen: »Ein Vergleich mit dem Leben« (Residenz Verlag Salzburg 1986), »Reigen« (Residenz Verlag Salzburg 1988), »Zwischen der Zeit« (Residenz Verlag Salzburg 1997). Kurzgeschichten in: »Neue Rundschau« (Frankfurt), »Manuskripte« (Graz), »Wespennest« (Wien), »Krachkultur« (Bremen/München). Diverse Stipendien und Literaturpreise, u.a.: Nachwuchspreis zum Bremer Literaturpreis, Rauriser Literaturpreis, Hermann-Hesse-Förderpreis, Nikolas-Born-Preis, Manuskripte-Preis. Ihr langersehnter neuer Roman »Ein langes Jahr« ist im Frühjahr 2016 bei Jung und Jung erschienen und wurde für die Shortlist des Deutschen Buchpreises nominiert.

»Eva Schmidts Texte erinnern an Bilder, wie Edward Hopper sie gemalt hat.«
Peter Hamm, DIE ZEIT

»Es ist die betörende Nüchternheit und luzide Genauigkeit ihrer Sätze, die mich an dieser Autorin begeistern.«
Robert Schneider (»Schlafes Bruder«)

Titel

Ein langes Jahr

Eva Schmidts Blick gilt den Menschen, die unsere Nachbarn sein könnten. In den alltäglichsten Ereignissen erkennt sie, was ihre Existenzen entscheidet, in einer unerwarteten Wendung lässt sie das Bild eines ganzen Lebens aufleuchten.
Benjamin lebt mit seiner Mutter allein, die Wohnung in der Siedlung am See ist klein, den Hund, den er gerne hätte, kriegt er nicht. Als er Joachim davon erzählt, will der sich einen schenken lassen, am besten zwei, aber Benjamin findet, Hunde sind fast wie Menschen und kein Geschenk.
Eines Tages begegnet Benjamin Herrn Agostini, einem alten Mann aus der Nachbarschaft, auch er wollte sein Leben lang einen Hund. Früher als er ist seine Frau nach einem Sturz ins Pflegeheim umgezogen, jetzt hat er endlich einen, Hemingway heißt er. Aber Herr Agostini ist nicht mehr gut auf den Beinen, er weiß nicht, was aus »Hem« werden soll. Ähnlich wie Karin, die gerne wüsste, wer sich um ihren Hund kümmert, wenn ihr was zustößt, wie sie sagt. Karin ist krank, sie hat Schmerzen, niemand weiß davon. Im Baumarkt kauft sie eine Leiter, vom Nachbarn borgt sie eine Bohrmaschine …
Eva Schmidt erzählt so mitfühlend und bedacht, so teilnehmend und zurückhaltend von den kleinen Dingen des Lebens, als wären sie groß, von den großen, als wären sie klein. Sie erzählt davon, wie wir leben, allein und miteinander, und wie wir uns dabei zuschauen.

»Ein langes Jahr weist Eva Schmidt einmal mehr als Autorin subtiler Ambivalenzen aus, als Hüterin eines poetischen Zauberstabs, der den Blick aufs Leben in der genauesten Schwebe hält.«
Der Standard, Gerhard Melzer

»Dieser so nüchtern daherkommende Roman haut mich völlig um. Die scheinbare Distanz des Kamerablicks bewirkt größtmögliche Nähe. Unversehens bin ich mittendrin in diesem Kosmos des furchtbar gewöhnlichen Scheißlebens. Ich will ein mutterloses Kind adoptieren, einen vereinsamten Rentner besuchen, etwas tun gegen die Lieblosigkeit der Welt. So geht das Wunder von Literatur.«
Berliner Zeitung, Sabine Vogel

»Dem neuen Roman von Eva Schmidt merkt man die literarische Erfahrung der Autorin ebenso an wie das lange Schweigen: das nicht Abgenutzte ihrer Sprache und Erzählweise, die genaue Arbeit an den einzelnen Texten, in denen kein Wort zu viel ist, wie am Erzählbogen, der sich über sie spannt. Vor allem aber spürt man im Vibrieren hinter der stillen Oberfläche der einzelnen Sätze, dass hier jemand wirklich etwas zu erzählen hat.«
Ö1 Ex Libris, Cornelius Hell

»Eva Schmidts so zurückhaltende wie seismographisch genaue Prosa liest sich wie ein Kontrastprogramm zu jeder Form von Publicity.«
Frankfurter Rundschau, Kathrin Hillgruber

»Wo war die Vorarlberger Schriftstellerin Eva Schmidt so lange? ›Ein langes Jahr‹ ist ihr erster Roman seit zwei Jahrzehnten. Bitte mehr! Viel mehr.«
Kurier, Peter Pisa

»Schmidt ist eine genaue Beobachterin der Nöte und spärlichen Freuden ihrer zahllosen Figuren, die sich in diesem übriggebliebenen Idyll ein langes Jahr lang tummeln.«
Profil, Wolfgang Paterno

»Der Text scheint eine Art Experiment, ein Laborversuch zu sein. Durch die Wahl des unprätentiösen Tones treten tragische Schicksalsschläge freilich nur umso stärker in den Vordergrund. Fast schmerzt es, die Figuren am Ende in ihr Leben – oder in ihren Tod – zu entlassen. Ein gelungenes Buch.«
Die Presse, Sophie Reyer